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Wie sich die drei Stahl-Fachwerkbrücken der Waldbahnstrecke Plattling-Bayerisch Eisenstein 2019 darstellen- und was die DB Netz AG angeblich in Zukunft neu bauen will…

  • In diesem Beitrag geht es vor allem um die drei maroden Stahl-Fachwerkbrücken „Große Ohebrücke bei Regen, Nagerlbrücke bei Schweinhütt und Deffernikbrücke bei Ludwigsthal.
    Daneben werden auch drei Baustellen von Brücken im Bahndamm von Zwiesel bis Bayerisch Eisenstein erwähnt.

  • Ein wichtiger Hinweis für alle Brückenplaner der DB für diese drei Stahl-Fachwerkbrücken: Die drei Brücken haben bei beiden Endauflagern und allen Brückenpfeilern  eine doppelte Breite!! Diese drei Brücken wurden für eine zweigleisige Bahnstrecke gebaut!!
    Also könnte die neue Brücke neben der maroden Brücke gebaut werden und nach der Fertigstellung – und dem Abbruch der maroden Brücke – in den Gleisverlauf geschoben werden.
    Das ist eine einmalige Chance und vermeidet lange Warte- und Standzeiten beim Brückenbau.
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  • Die Große Ohebrücke bei Regen 
    (Fotos 
    werden bei geeigneter Winter-Witterung gemacht)
    Diese Brücke bekam neue Gitterroste bei dem unteren Kontrollsteg und bei dem Kontrollsteg der Gleisebene, was aber nicht zu einer höheren Tragfähigkeit dieser Brücke beiträgt.
    In der obersten Gleisebene wurden liegend sich überkreuzende Stahlprofile nachgerüstet. Offenbar drohten die beiden Seiten der Brücke auseinander zu klaffen, was natürlich die stabile Lage der Gleise zerstört hätte.
    „Es folgte jedoch kein Entrosten der gesamten Stahlbrücke!“ Dadurch gab es auch keine Neuanstriche!
    Alle Natursteinmauerwerke wurden mit Fugenmörtel nachverfugt. Die Treppe des Nordauflagers zum Brückenuntergurt wurde neu gebaut.
    Von außen und von der Umgebung her gesehen ist die Brücke so rostig, wie sie seit Jahrzehnten gesehen werden muss!

Die Nagerlbrücke zwischen Bahnhof Regen und Bahnhof Bettmannsäge 
Alle Fotos vom Sommer/Herbst 2019

Der Länderbahn-Triebwagen fährt seit 2015 im Schritt-Tempo über diese Stahlbrücke!
Sie ist die -Stand Ende 2019 – am meisten gefährdete Stahlbrücke der Waldbahn!

Trotzdem schiebt der Generalbevollmächtige der DB in Bayern den sofortigen Neubau dieser Brücke immer weiter hinaus:

1. Ende 2015 – nach den Nachbesserungsarbeiten –  hatten die drei Stahl-Fachwerkbrücken durch Gutachten noch ein maximale Lebensdauer von 12 Jahren (also bis 2027) erhalten, siehe Zeitungsbericht, siehe Link: „Die Bahn investiert in Brücken“ in meinem Beitrag „Die Waldbahnstrecke von Plattling bis Bayerisch Eisenstein muss dringend nachgebessert werden.“
Nach diesem Zeitungsbericht vom April 2016 von einem Gespräch mit einem DB-Sprecher, „sollten die drei großen Stahlbrücken in 12 Jahren bis 2028 neu gebaut sein!

2. Jetzt (Herbst 2019) schreibt jedoch der Generalbevollmächtigte der DB in Bayern  in einem Brief an einen MdB, dass die drei Brücken noch 15 Jahre (nicht wie im Zeitungsinterview 12 Jahre) Restnutzungsdauer hätten und quasi erst nach diesen 15 Jahren, also erst nach 2030 eventuell neu gebaut werden…
Die Nagerlbrücke habe aber – als Brücke mit dem schlechtesten Zustand – nur noch eine Restnutzungsdauer bis 2026.
3. Und im gleichen Brief bekundet der Generalbevollmächtigte der DB in Bayern die Absicht, durch eine nochmal beauftragte Nachrechnung und Prüfung durch einen Gutachter diese 2026er Restnutzungsdauer noch um einige Jahre zu verlängern.

4. Leider muss man nach dieser Irrfahrt – mit Restnutzungsdauern und Bauzeiten – seit 2015 feststellen, dass es offenbar die Absicht des Generalbevollmächtigten ist,  den Bau der drei großen Stahl-Fachwerkbrücken so lang als irgend möglich hinauszuschieben.
5. Jetzt wäre aber Geld für den Brückenbau vorhanden. 
Keiner weiß, wie es mit den Staatsfinanzen und den Mitteln der Bahn in 10 und mehr Jahren aussieht.
Es besteht die große Gefahr, dass dann der Neubau dieser drei Brücken auf der „Nebenstrecke Plattling – Bayerisch Eisenstein“ wegen Geldmangels abgelehnt wird und die Bahnstrecke stillgelegt wird!!

Das haben die Städte Regen und Zwiesel erkannt und haben sich mit jeweils einer Stadtrats – Resolution für den Erhalt der Waldbahnstrecke Plattling-Bayerisch Eisenstein und für den Neubau der drei maroden Stahl-Fachwerkbrücken ausgesprochen!

Resolution der Stadt Regen:

 

Resolution der Stadt Zwiesel

 

Die Deffernikbrücke bei Ludwigsthal
Hier mußte das südliche Auflage stabilisiert werden. Es drohte offenbar nach unten abzurutschen. Mit einer Rückverankerung und einer aufwendigen Stahlbeton-Konstruktion steht das südliche Auflager der Brücke offenbar wieder gesund da. Die große, dreiteilige Stahl-Fachwerkbrücke bekam drei neue Auflager; jeweils ein Auflager auf den beiden Zwischenpfeilern und ein Auflager bei dem nördlichen Granit-Auflager.
Leider wurden  die Stahlprofile und Stahl-Verbindungen nicht entrostet und nichts wurde neu gestrichen. Kein stark durch Rost geschwächtes Stahlprofil wurde ausgewechselt.Lediglich ein Kontrollsteg wurde auf einer seltsamen ⅔ Höhe der Brückenkonstruktion neu gebaut. Dieser trägt jedoch nicht zu einer höheren Tragfähigkeit der Brücke bei. Bewegt man sich auf diesem neuen Kontrollsteg, so bemerkt man die extrem verrosteten Träger der Geländer auf der Gleisebene.
Parallel verbaute, dünne Stahlprofile  mit Minimalabstand sind die große Rostursache dieser Brücke:
Mit kleinem Abstand von ca.12 mm verbaute Parallel-Stahlprofile sind die hauptsächliche Rost-Ursache dieser Stahlbrücke. Zwischen diesen knapp aneinander liegenden Parallelprofilen mit 20 cm Höhe ist Rostschutz nicht möglich! Die Parallprofile findet man beim Untergurt, bei Diagonalstreben und beim Obergurt. An den Untergurt-Parallelprofilen ist zu sehen, wie man durch Zuschmieren der Fugen mit weißer Masse das Eindringen von Wasser – leider vergeblich – verhindern wollte. Dadurch bildet sich nun noch mehr Rost, weil gar keine Hinterlüftung mehr stattfindet!

Alle Fotos von Sommer und Herbst 2019:

 

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